150 Jahre, fünf Generationen

Arnold-Haus Zwiefaltendorf feiert mit 300 Gästen Firmenjubiläum


Junior-Chef Julian Arnold (am Pult) bringt sich in fünfter Generation in den Betrieb ein.
(Foto: Alexander Speiser)

Zwiefaltendorf / sz Als Gallus Arnold im Herbst 1866 in Zwiefaltendorf seinen Zimmererbetrieb gründete, da hätte er sich sicher niemals träumen lassen, welch stattliches Unternehmen 150 Jahre später just an diesem Ort mit der vierten und fünften Generation sowie 300 geladenen Gästen Jubiläum feiert.

Helmut Arnold, Chef des Familienunternehmens in vierter Generation, hatte gerufen und viele waren gekommen, darunter Kunden, Geschäftspartner und die lokale Prominenz. Sichtlich stolz präsentierte er sein Unternehmen und verwies darauf, dass aus dem Hause Arnold kein Haus von der Stange käme. Seine Kunden, so Arnold, kämen vorwiegend aus dem Raum Oberschwaben, man habe aber auch schon einzelne Projekte darüber hinaus realisiert. Neben dem Fertighausbau gibt es im Unternehmen eine hauseigene Treppenmanufaktur, die von Gerhard Arnold, dem Bruder des Chefs, geleitet wird. Auch hier werde auf eine handwerklich solide, der Tradition verpflichtete Arbeitsweise abgehoben.

Wissen und Erfahrung, so Julian Arnold, Zimmermeister, Bauingenieur und Juniorchef des Unternehmens, bringe man auch bei der Sanierung, Modernisierung und Restaurierung von Gebäuden ein. Insbesondere die energetische Sanierung von Häusern wie die Dämmung von Dächern sei ein wichtiger Faktor, der zum Unternehmenserfolg beitrage. Der Bereich Restaurierung erfordere echte „Handwerkskunst“, so Julian Arnold. In denkmalgeschützten Bauwerken wie dem Kapuzinerkloster in Riedlingen und der Oberschaffnerei in Ehingen habe der Betrieb sein Können unter Beweis gestellt.

Der Stolz auf die lange und erfolgreiche Geschichte des Hauses war an allen Ecken zu spüren. Die knapp 30 Mitarbeiter, zum größten Teil in Zimmermannstracht angetreten, gratulierten ihrem Chef und seiner Frau Marie-Luise Arnold zum Jubiläum. Man konnte regelrecht spüren, dass sie ihre Arbeit gerne machen, mit Engagement dabei und erst zufrieden sind, wenn es gut geworden ist.

Dankbarkeit drückte Helmut Arnold auch gegenüber seiner sichtlich gerührten Mutter Mina mit der Übergabe eines Blumenstraußes aus. Mit den Kindern Julian und Katharina sei nun erfreulicherweise die fünfte Generation im Betrieb tätig. Man sei so für die Zukunft gut aufgestellt und auch die sechste Generation reife mit den „Sternen“ Jonas und Elias heran.

„Innovation aus Tradition“

In Vertretung von Landrat Heiko Schmid überbrachte Manfred Storrer vom Landratsamt Biberach die Glückwünsche des Landkreises zu einem „sehr bemerkenswerten Firmenjubiläum“. Der Grundsatz des Unternehmens, „Innovation aus Tradition“, spiegle sich auch im Slogan des Landkreises wieder: „zwischen Reagenzglas und Weidezaun“. „Ein Landkreis des sowohl als auch“, sagte Storrer, wobei der Weidezaun für eine beeindruckende Kulturlandschaft Oberschwabens stehe. Im Landkreis sind heute 76500 Beschäftigte in 8500 Betrieben tätig und damit 13000 mehr als noch vor zehn Jahren. „Mit einer sensationell niedrigen Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent sind wir spitze und haben praktisch Vollbeschäftigung“, so Storrer. Dabei leiste das Handwerk einen wichtigen Beitrag. 2500 Handwerksbetriebe stellen 13700 Arbeits- und 1050 Ausbildungsplätze bereit. Gerade in der Zimmererausbildung sei der Kreis mit der Karl-Arnold-Schule und dem Zimmererausbildungszentrum ausgezeichnet aufgestellt.

Bürgermeister Marcus Schafft überreichte eine Urkunde der Stadt Riedlingen und sprach von einer stets angenehmen Zusammenarbeit, was er am Beispiel der Restaurierung des Kapuzinerklosters festmachte. Er schätze sich glücklich ein Unternehmen mit der Wirtschaftskraft der Firma Arnold in der Gemeinde zu haben.

Von der Handwerkskammer Ulm überbrachte Rolf Schäfer die Glückwünsche des Selbstverwaltungsorgans des Handwerks und überreichte ebenfalls eine Urkunde an Firmenchef Helmut Arnold. In einer launigen Ansprache gelang es ihm, die Besucher davon zu überzeugen, dass das Handwerk eine ganz wesentliche Funktion für ein funktionierendes Gemeinwesen bildet.

Kraftvoll und kontinuierlich

Thomas Schäfer war als Vertreter des Zimmererverbands Baden-Württemberg und des Holzfertigbauverbands aus Stuttgart angereist. Er outete sich als alter Bekannter des Hauses Arnold, dessen Entwicklung er mit großer Freude seit vielen Jahren begleite. Helmut Arnold habe er als stets engagierten, integren Gesprächspartner erlebt, auf dessen Rat man sich verlassen könne. 1866, im Gründungsjahr des Unternehmens Arnold sei beispielsweise auch die Tretkurbel am Fahrrad erfunden worden sowie das Dynamit so Schäfer. Nicht so explosiv wie der Sprengstoff aber ebenso kraftvoll und sehr viel kontinuierlicher und nachhaltig habe sich das Haus Arnold entwickelt.

Den kirchlichen Segen spendete der Pfarrer Uwe Grau und machte damit auch die Verbundenheit des Unternehmens zu christlichen Grundwerten deutlich. Helmut Arnold bestätigte dies und unterstrich, dass das Handeln eines Unternehmers stets auch eine moralische Verantwortung für die Mitarbeiter, die Kunden, Partner, Lieferanten und das Umfeld einschließe. Die Tatsache, dass die meisten Kunden über Empfehlungen gewonnen werden, sei ein Indiz für eine gelebte positive Unternehmenskultur, die auch in der Zukunft gepflegt werden solle.

(Quelle: Schwäbische Zeitung )