„Es gibt keine zweite Erde“

Journalist und Klimaschützer Franz Alt spricht beim Firmenjubiläum 150 Jahre Arnold-Holzhaus-Manufaktur


Der Fernsehjournalist Dr. Franz Alt (links) und Firmenchef Helmut Arnold kennen und schätzen sich gegenseitig seit vielen Jahren.
(Foto: Heinz Thumm)

Zwiefaltendorf / sz 1866 gründete Gallus Arnold in Zwiefaltendorf seinen Zimmererbetrieb. 150 Jahre später feierte die Firma Arnold-Holzmanufaktur nun in Freude und mit tausenden von Besuchern mit einem Tag der offenen Tür ihr Firmenjubiläum. Helmut Arnold, Chef des Familienunternehmens in vierter Generation, und die Kinder Julian und Katharina freuten sich über die vielen Besucher..

Mit mehr als 30 Mitarbeitern liegen die Schwerpunkte der Firma in den Arbeitsbereichen Bau von Effizienzholzhäusern, Restaurierung, Sanierung, Dämmung, Um- und Anbauten. Zahlreiche Restaurierungen in der Region belegen die wertvolle handwerkliche Arbeit. Holzhäuser der Arnold-Holzhaus-Manufaktur werden individuell gebaut, sollen ein besonders angenehmes Wohnklima haben und gelten als Effizienzhaus, weil sie nahezu ohne Energiekosten bewohnt werden können.

In der großen Werkhalle stauten sich die vielen Besucher an den Marktständen von zahlreichen Fachfirmen. Da konnten die Gäste die neuesten Innovationen begutachten. In einem weiteren Gebäude war eine großzügige Kinderecke mit zahlreichen Spielstationen aufgebaut und gleichzeitig konnten die Besucher dort Gegenstände mit Holzkunst erwerben und besichtigen.

Auf der großen Festbühne in der Werkhalle wurden interessante Fachvorträge gehalten. Vom Altbau zum Effizienzhaus ging es um technische Hinweise und vor allem um die Förderung von Alt- und Neubauten.

Einen Höhepunkt bot der bekannte Fernsehjournalist Dr. Franz Alt aus Baden-Baden, der seit Jahren in fruchtbarem Austausch mit Helmut Arnold ist. Alt forderte zum Nachdenken über Umweltsorgen und Klimaveränderungen auf. Er freute sich, dass heute über 20 Prozent der Baumaterialien im Hausbau aus Holz sind – und trotzdem rief er dazu auf, ein neues Holzzeitalter zu beginnen: Sonne und Holz kombinieren, empfahl er als beste Lösung-

„Es gibt keine zweite Erde“, rief Alt aus und benannte die Klimafrage als Überlebensthema der Menschheit. Er prangerte die Klimaveränderung der letzten 100 Jahre an und verwies auf ein verbleibendes Zeitfenster von nur noch 20 Jahren zur Vermeidung einer Katastrophe. Werde zu wenig unternommen, dann könne eine Erhöhung der Temperatur um ein bis acht Grad Celsius nicht vermieden werden. Mit Bioenergie und Restabfallstoffen kämpft Alt für eine „ökologische Wertschöpfung“.

Die Besucher waren von den Zahlenangaben (siehe Kasten) und Ausführungen ergriffen. Viele kauften anschließend am Stand die aktualisierte Neuausgabe von Franz Alts Weltbestseller „Die Sonne schickt uns keine Rechnung“. Leider sei nicht zu erwarten, dass die Menschen all die Visionen sofort ernst nähmen und „einen neuen Weg mit der Natur eingehen“.

Die Natur braucht 30000 Jahre zu Schaffung einer neuen Spezies – der Mensch rottet jeden Tag weltweit 150 Tiere und Pflanzen aus. Täglich werden 30000 Hektar Wüste produziert, gleichzeitig werden 86 Millionen Tonnen fruchtbarer Boden zerstört und 150 Millionen Tonnen an Treibgasen in die Luft geblasen.

(Quelle: Schwäbische Zeitung )